Bodybuilder Marco Strub  im Schweizer Horror

Foto: kxsfilm

Ein maskierter Mann kehrt nach Jahren des Schweigens in seine Heimatstadt zurück. Hinter der Maske verbergen sich nicht nur entstellte Züge, sondern tiefe seelische Narben – Überreste einer Kindheit, die brutal zerstört wurde. Was zunächst wie eine Reihe willkürlicher Morde wirkt, entpuppt sich als gnadenlos geplante Abrechnung. Kalt, präzise und getrieben von innerem Chaos.

Das ist die Essenz von «Dead Memories», einem Horror-Kurzfilm, der als Independent-Produktion in der Schweiz aktuell für Aufmerksamkeit sorgt. Mittendrin: Der ehemalige Europa- und Weltmeister im Natural-Bodybuilding Marco Strub, der als Thomas Keller um sein Überleben kämpft. Aaron, der skrupellose soziopathische Killer, verkörpert von Kleyvson Xavier Da Silva, der nicht nur die Hauptrolle übernimmt, sondern gleichzeitig auch gemeimsam mit seimem besten Kumpel Nicolas Sutter Produzent des Films ist.

Horror mit Haltung: Die Vision hinter «Dead Memories»

«Dead Memories» ist ein klassischer Slasher-Film, der jedoch weit über reine Schockmomente hinausgeht. Der Kurzfilm setzt auf dichte Atmosphäre, düstere Bildwelten und eine emotionale Tiefe, die man im Genre nicht immer erwartet. Inspiriert von Klassikern wie «Friday the 13th» oder «Scream», entwickelt der Film dennoch eine eigene Handschrift – surreal, roh und kompromisslos.

Die Idee dazu stammt von Kleyvson Xavier Da Silva, der seit jeher eine starke Affinität zum Düsteren hat. «Ich hatte schon als Kind eine Vorliebe für dunkle Bilder und Horrorfilme. Als ich begann, mich ernsthaft mit Film auseinanderzusetzen, war klar, dass ich diese Welt visuell erzählen möchte», erklärt er. Der Wunsch, seine kreative Ader mit filmischer Erzählung zu verbinden, führte schliesslich zu seinem ersten Slasher-Projekt, der von Nicolas Sutter gefilmt und co-directed wurde.

«Dead Memories» - Schweizer Horror

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Der Muskelprotz mit dem Riesenego

Marco Strub, WFF-Profiathlet, Coach und Mentor alias Thomas Keller, hat sich über Jahre mit Disziplin, Durchhaltevermögen und mentaler Stärke an die Spitze des Natural-Bodybuildings gearbeitet. Eigenschaften, die ihm auch bei seiner ersten Schauspielrolle zugutekamen.

Der Einstieg ins Filmprojekt entstand zufällig – über einen gemeinsamen Freund. «Solche Chancen plant man nicht, man ergreift sie», sagt Strub. Und er nahm die Herausforderung ernst: Drei Wochen intensive Vorbereitung, Proben, mentale Auseinandersetzung mit der Figur.

Die Rolle des Thomas Keller unterscheidet sich stark von seiner eigenen Persönlichkeit.

Prominent zu sehen, ist er in einer Szene im Gym, wo er den testosterongeladenen Macho spielt, bis er von der Hauptfigur (Aaron) unangenehm überrascht wird. Wer Marco kennt, weiss, was für ein Herzensmensch er im realen Leben ist. «Die grösste Herausforderung war, einen Charakter zu spielen, der mir kaum ähnelt. Emotionen glaubwürdig zu transportieren – oft ohne Worte – war mental extrem fordernd.» Jede Bewegung, jeder Blick musste sitzen.

Gespielt wurde die Szene übrigens im Inform-Fitnessclub in Pratteln (CH).

Dass er kein professionell ausgebildeter Schauspieler ist, fällt im Film kaum auf. Sein Ansatz: Ehrlichkeit statt Technik. «Es ging nicht ums Spielen, sondern darum, die Figur wirklich zu fühlen.» so Marco.

Erfahre mehr über Marco Strub und sein faszinierendes Leben: A long way – vom Anfänger zum Weltmeister

Vom KV zur Filmbranche

Produzent und gleichzeitig Hauptdarsteller Aaron, der im Film jagt auf den eingebildeten Muskelprotz macht, ist «Klevy» Xavier Da Silva. Geboren und aufgewachsen in Brasilien, zog Kleyvson im Alter von zwölf Jahren mit seiner Mutter in die Schweiz. Sein beruflicher Weg hatte lange nichts mit Film zu tun – eine KV-Lehre, Jahre in der Baubranche. Kreativität war jedoch immer präsent: Zeichnungen, Gemälde, Ausstellungen. Der Stil schon damals: surrealistisch und düster.

Mit sogenannten «Lookbook-Videos» fand er schliesslich den Zugang zur Filmwelt. Mode, Bewegung, Atmosphäre – kurze, visuelle Geschichten ohne viele Worte. Daraus entwickelte sich mehr. «Irgendwann wollte ich weg von Reels und Clips und hin zu Fiktion. Horror lag dabei einfach auf der Hand.»

Bei Dead Memories übernahm er gleich mehrere Rollen: Produzent, Schauspieler und kreativer Kopf. Eine Herausforderung – vor allem, wenn man gleichzeitig vor und hinter der Kamera steht. «Das «Directen» der anderen und gleichzeitig selbst zu spielen war anspruchsvoll, aber wir hatten eine unglaublich gute Energie am Set. Das hat vieles einfacher gemacht.»

Ein Team aus Leidenschaft – nicht aus Budget

Gedreht wurde während rund eines Monats, mit einem Team von etwa 15 Personen – grösstenteils Freunde und Wegbegleiter. Eine zentrale Rolle spielte dabei Co-Regisseur und Cinematographer Nicolas Sutter, der für Kamera, Licht und Bildsprache verantwortlich war. «Ohne sein Know-how und sein Gespür für Atmosphäre hätte dieser Film nie diese Qualität erreicht», so Da Silva. Dieser Film ist ein Herzensprojekt der beiden Basler Jungs. Das merkt man bei der Liebe zum Detail sofort.

Die Postproduktion – Schnitt, Colorgrading, Sounddesign – dauerte mehrere Monate. Arbeit, die sich gelohnt hat. So sehr, dass Kleyvson schliesslich eine klare Entscheidung traf: «Ich habe meinen Job gekündigt und widme mich nun vollständig der Filmbranche.»

Sein Wunsch für die Zukunft ist klar: mehr Mut zu Genre-Filmen in der Schweiz. «Wir haben enormes kreatives Potenzial – auch abseits des klassischen Autorenfilms.»

Ein ehrlicher Film, der wirkt

Trotz kleinem Budget überzeugt Dead Memories durch Authentizität. «Die Leidenschaft ist in jeder Szene spürbar», sagt Strub. «Genau das macht den Film ehrlich.» Auch Xavier Da Silva ist überzeugt, dass das Publikum diese Energie fühlen wird.

«Dead Memories» ist mehr als ein Slasher. Es ist ein Beweis dafür, was entstehen kann, wenn Leidenschaft, Freundschaft und kompromisslose Vision aufeinandertreffen – und ein spannender Ausblick auf das, was im Schweizer Genre-Film noch möglich ist.

Die Premiere von «Dead Memories» findet am 7. Februar 2026 um 18:30 im Kino Pathé Küchlin statt (Steinenvorstadt 55, 4051 Basel, Schweiz).

Alle weiteren Informationen und Tickets gibt es hier.